
Kronen Zeitung
KURZ VOR TURNIER-START
„Verheerende Realität!“ Grausiger Fund nahe WM-Ort
Wenige Wochen vor der Fußball-WM sind in Mexiko-Stadt mehr als tausend Knochenfragmente gefunden worden. Wie eine Gruppe von Angehörigen Verschwundener am Freitag mitteilte, wurden die Fragmente am Chalco-See am Stadtrand der mexikanischen Hauptstadt geborgen. Die Behörden hatten vergangene Woche den Beginn von Grabungen in einem Gebiet am Seeufer bekanntgegeben. Die Staatsanwaltschaft gab den Fund von 300 Knochenfragmenten bekannt, die vermutlich von drei Menschen stammen.
Die Angehörigen-Gruppe fand nach eigenen Angaben aber mehr als 1.000 Knochenfragmente in dem Gebiet und in der Umgebung – auch in Bereichen, die von den Ermittlern bereits abgesucht worden waren. Sie forderte am Freitag eine Fortsetzung der Untersuchung des gesamten Gebiets. Der Fund der sterblichen Überreste verdeutliche „die verheerende Realität“ vieler Menschen in Mexiko, erklärte die Gruppe. Die Behörden versuchten das Ausmaß der Krise zu vertuschen, „aber die Familien wollen, dass die ganze Welt von der Tragödie erfährt, die sich in der Hauptstadt des Landes ereignet“.
Kriminelle Banden liefern sich in Mexiko seit Jahren brutale Kämpfe um die Vorherrschaft über den Drogenschmuggel in die USA. Seit Beginn eines umstrittenen Militäreinsatzes gegen die Drogenkartelle im Jahr 2006 wurden in dem Land mehr als 480.000 Menschen getötet, weitere 130.000 Menschen gelten als vermisst. Bei der Fußball-WM in Mexiko, Kanada und den USA werden insgesamt 13 Spiele in Mexiko ausgetragen, darunter das Eröffnungsspiel zwischen dem Co-Gastgeber und Südafrika in Mexiko-City.
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Bild: AFP/GERARDO MAGALLON










